Foto: Stefan Ritzinger
STR vs. AEV

AEV-Rumpftruppe gewinnt in Straubing

20.02.22 - 16:25 Uhr

Die Augsburger Panther haben mit einer absoluten Rumpftruppe einen vielleicht überraschenden, aber letztlich absolut verdienten Auswärtssieg in der PENNY DEL gefeiert. Bei den Straubing Tigers gewann der AEV in einem abwechslungsreichen Spiel mit 7:4. Die Treffer für die Panther erzielten Michael Clarke (7.), Wade Bergman (8.), Adam Payerl (9., 46.), Matt Puempel (12.), Jesse Graham (24.) und Drew LeBlanc (60.). Für Straubing waren Cody Lampl (19.), Andreas Eder (31., 34.) und Marcel Brandt (32.) erfolgreich.

Panther ohne zehn

Die Panther konnten nur mit vier Verteidigern und neun Stürmern vor Markus Keller auflaufen, der für Olivier Roy das Tor hütete. Insgesamt fehlten mit Scott Valentine, Henry Haase, Niklas Länger, Samir Kharboutli, Chad Nehring, T.J. Trevelyan, David Stieler, Vinny Saponari und Brad McClure stolze neun Stammspieler. Bergman und LeBlanc waren nach überstandener Covid-Erkrankung ohne Training zuvor immerhin wieder mit von der Partie. 

Doch die dezimierten Panther ließen sich nicht beirren, gingen mit viel Energie ins Spiel und erwischten einen ähnlichen Traumstart wie beim letzten Auswärtsspiel in Iserlohn. Nach einem bösen Abwehrfehler der Gastgeber legte Clarke auf Payerl quer, der zunächst noch an Tyler Parks im Straubinger Tor scheiterte. Doch die Panther blieben dran, hielten den Druck hoch, Clarke setzte nach und am Ende legte sich Parks die Scheibe mit dem Schoner selbst ins Netz (7.).

Traumstart des AEV 

Der AEV lehnte sich nach der frühen Führung aber nicht zurück, sondern drückte das Gaspedal voll durch und schlug nur 45 Sekunden später erneut zu. Bergman zog aus der Distanz ab, ein Straubinger Verteidiger fälschte noch ab und Parks war bei seinem DEL-Debüt erneut geschlagen (8.). 

Straubing war nun sichtlich angeschlagen und das nutzten die Panther eiskalt aus. Wiederum nur 43 Sekunden nach dem 2:0 jubelte der AEV erneut. Bei einem Konter wollte Payerl in die Mitte legen auf Puempel, aber die Scheibe ging direkt ins Tor und überraschte Parks, der zudem vom einschussbereiten Puempel irritiert wurde und so bauten die Gäste ihre Führung aus (9.). 

Puempel trifft zum 0:4

Straubings Headcoach Tom Pokel nahm seine Auszeit, aber auch danach waren es die Panther, die trafen. Torschütze zum 0:4 in der zwölften Spielminute war dieses Mal Puempel selbst, mit einer schönen Bewegung und einem abgeklärten Abschluss (12.). 

Die Tigers hatten anschließend mehr vom Spiel, richtig gefährlich wurde es aber selten. Dennoch gelang den Hausherren in der Schlussphase ihr erster Treffer, als Lampl von der blauen Linie abzog und Keller, der kaum Sicht hatte, bezwingen konnte (19.).

Die Führung für den AEV nach 20 Minuten war dennoch auch in dieser Höhe verdient, denn Colin Campbell und Marco Sternheimer hatten wenige Sekunden vor der ersten Sirene sogar den fünften Treffer auf dem Schläger (20.).

Graham mit dem fünften Treffer

Dieser gelang dann im Mitteldrittel mit etwas Verspätung dennoch. Wieder arbeiteten die Panther stark vor dem Straubinger Tor, sorgten immer wieder für Unruhe und am Ende der undurchsichtigen Situation legte Dennis Miller auf Graham zurück, der aus dem Hinterhalt präzise ins Kreuzeck zum 1:5 einschoss und damit auch den Nachmittag von Parks beendete (24.).  

Doch Straubing war nun besser im Spiel als noch im ersten Drittel und kam auch zu Chancen. Die Defensive des AEV stand jedoch stabil und Keller parierte zunächst alles, was zu halten war. Nach einer doppelten Strafe wegen hohen Stocks gegen Payerl durften die Hausherren allerdings erstmals im Powerplay ran und nutzten dies auch prompt.

Straubing trifft doppelt in Überzahl

Erst traf Eder nach einer tollen Kombination ins verwaiste Tor (31.) und nur 31 Sekunden später war Brandt mit einem Gewaltaschuss von der blauen Linie erfolgreich und es stand nur noch 3:5 (32.). Serge Pelletier nahm nun auch seine Auszeit, aber die Aufholjagd wurde dadurch nicht gestoppt. Im Gegenteil:

Als die Panther einmal aunaufmerksam waren, schlug Straubing sofort ein weiteres Mal zu. David Elsner schickte Eder auf die Reise, der blieb vor Keller cool und die einst so komfortable Führung war bis auf einen Treffer geschrumpft (34.).

Doch im restlichen Verlauf des Mitteldrittels gelang es den Panthern wieder etwas besser für Entlastung zu sorgen und hatten durch Lamb in Überzahl kurz vor der zweiten Pause auch wieder eine passable Chance, aber Philipp Dietl im Straubinger Tor war zur Stelle (40.).

Roy ersetzt Keller

Im Schlussdrittel tauschte auch Augsburg den Torhüter. Roy ersetzt Keller und sollte mithelfen die Führung ins Ziel zu bringen. Tatsächlich konnte sich der Goalie auch schnell einige Male auszeichnen. Vor allem der Save gegen Travis St. Denis in Überzahl war herausragend (46.) und so konnte sich Roy kurz danach sogar über einen Treffer der Panther jubeln. Immer noch in Unterzahl schnappte sich Payerl die Scheibe und schloss den Alleingang zum 4:6 ab (46.). 

Straubing wollte die sofortige Antwort, aber die Pantherdefensive stand nun wieder stabiler und ließ - ähnlich wie zu Spielbeginn - kaum etwas zu. Die Minuten liefen herunter und es wurde erst wieder gefährlich, als Straubing rund drei Minuten vor dem Ende Dietl vom Eis nahm. Doch Roy konnte sich gegen Jason Akeson erneut auszeichnen (58.). 

LeBlanc macht Pelletiers Debütsieg perfekt

Wenig später war das Spiel dann entschieden, denn LeBlanc machte mit seinem Treffer ins leere Tor von der eigenen blauen Linie endgültig alles klar (60.). Augsburgs Rumpfkader machte damit nicht nur den dritten Auswärtssieg, sondern auch den ersten DEL-Dreier für Headcoach Pelletier überhaupt perfekt. 

Für den AEV geht es nun am Mittwoch zu Hause gegen die Adler Mannheim weiter. Am kommenden Wochenende stehen Partien bei den Eisbären Berlin und gegen die Fischtown Pinguins auf dem Programm.