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AEV mit wichtigem Sieg gegen Hamburg

27.02.16 - 01:18 Uhr

Die Augsburger Panther haben sich mit einem deutlichen 6:2-Erfolg nach einem kuriosen Spielverlauf gegen die Hamburg Freezers im Kampf um die Playoffs zurückgemeldet. Vor 4789 Zuschauern trafen Ben Hanowski (12.), Steffen Tölzer (45.), Mike Iggulden (52., 52.), Drew LeBlanc (54.) und Thomas Holzmann (55.) für den AEV. Den Sieg bezahlten die Panther allerdings teuer, denn T.J. Trevelyan droht nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden in der Schlussphase das Saisonende. Die Treffer für die Gäste aus Hamburg erzielten Julian Jakobsen (38.) und Morten Madsen (39.).

Hamburg zu Beginn besser

Für beide Mannschaften stand viel auf dem Spiel - Hamburg hätte die Panther mit einem Sieg schon deutlich distanzieren können, der AEV wiederrum würde mit einem Dreier bis auf einen Punkt an die Hansestädter heranrücken.

Die Freezers kamen mit diesem Druck zu Spielbeginn besser klar, offenbarten die klarere Spielanlage und waren zunächst die stärkere Mannschaft. Eine Gästeführung war durchaus im Bereich des Möglichen, aber Michael Davies (4.) und Jerome Flaake (5.) scheiterten am gut aufgelegten Ben Meisner im Panther-Gehäuse.

Meisner hatte von Trainer Mike Stewart erneut den Vorzug vor Jeff Deslauriers erhalten. Eine Veränderung nahm der Panther-Coach allerdings vor: Mark Mancari rückte ins Team, dafür musste Evan Oberg neben Bretton Stamler als überzähliger Ausländer auf die Tribüne.

Hanowski bringt AEV in Führung

Nach etwa sechs Minuten fanden dann auch die Hausherren ins Spiel und meldeten nach einer Doppelchance von Tölzer und Iggulden (je 6.) erste Ansprüche an. Den Panthern gelang es nun die Partie nicht nur ausgeglichener zu gestalten, sondern sich auch ein Übergewicht zu erarbeiten.

Nachdem Jamie Bettauer (9.), Derek Dinger (10.) und Holzmann (11.) weitere Chancen ausließen, klappte es schließlich in Überzahl, nachdem Flaake nach einem Bandencheck gegen Holzmann vorzeitig zum Duschen musste.

Lamb spielte Hanowski mit einem wunderschönen Pass in die Tiefe frei und der Top-Torjäger des AEV ließ sich nicht zweimal bitten und verwertete eiskalt per Handgelenksschuss (12.). Es war der erste Heimtreffer nach zuvor 151 Minuten und 30 Sekunden ohne eigenes Tor.

Freezers dominieren zweites Drittel

Matsumoto hätte wenig später nachlegen können, als er kurzzeitig das leere Tor vor sich hatte, aber Dimitrij Kotschnew hechtete dazwischen und konnte spektakulär parieren (13.). Kurz zuvor war allerdings auch der Ausgleich möglich, als Meisner bei einem Konter gegen Madsen auf dem Posten war (13.).

Letztlich blieb es bei der insgesamt verdienten Führung nach dem ersten Spielabschnitt für den AEV. Im zweiten Durchgang übernahmen die Gäste allerdings nach und nach die Kontrolle und drückten die Panther immer stärker in die Defensive. Garrett Festerling konnte die Riesenchance auf den Ausgleich aber nicht nutzen, da Meisner ein weiteres Mal herausragend abwehren konnte (28.).

Festerling war es auch, der den Puck nicht an Meisner vorbeibrachte, als gleich zwei Hamburger allein auf das Augsburger Tor zufuhren (34.). Insgesamt 19 Schüsse feuerten die mittlerweile klar überlegenen Freeers im Mitteldrittel auf das Panthertor ab und zwei fanden schließlich auch den Weg über die Linie.

Hamburg dreht die Partie

Zunächst fasste sich Jakobsen ein Herz und schloss einen sehenswerten Alleingang unhaltbar mit der Rückhand ab (38.) und kurz danach nahm Madsen ein Geschenk von Meisner während einer Unterzahl der Freezers an.

Der Panthergoalie wollte das Spiel schnell machen und den Puck nach vorne passen, servierte diesen aber pfannenfertig auf den Schläger von Madsen, der nur noch einschieben musste (39.). Somit ging es nach dem einzigen Fehler von Meisner mit einem knappen Rückstand in die zweite Pause.

Die Hausherren waren mit dem Zwischenstand gut bedient und Meisner machte seinen Fauxpas im Schlussdrittel ein weiteres Mal wett, als er ganz stark gegen Jaroslav Hafenrichter abwehren konnte (44.).

Tölzer gleicht aus

Diese zahlreichen vergebenen Möglichkeiten sollten sich rächen, denn aus dem Nichts kam der AEV zurück: Tölzer brachte bei einem der wenigen Entlastungsangriffe den Puck aus spitzem Winkel einfach Richtung Tor, Adrian Grygiel irritierte Kotschnew etwas und so rutschte der Hartgummi zum schmeichelhaften 2:2 über die Linie (45.).

Mit diesem Tor wurde das Selbstvertrauen der Gastgeber allerdings wieder größer und von Minute zu Minute begann der AEV sich den Treffer zu verdienen. So vergab beispielsweise Hanowski nach einem Fehler in der Hamburger Hintermannschaft freistehend vor Kotschnew (49.).

In Überzahl sollte es dann klappen. Die Panther hatten bereits einen Mann mehr auf dem Eis, als Jakobsen Trevelyan zu Boden riss und dafür die zweite Hamburger Spieldauerdisziplinarstrafe des Spiels erhielt.

Trevelyan verletzt - Panther ziehen im Powerplay davon

Diese wurde nötig, da der Augsburger Angreifer verletzt ausscheiden musste. Trainer Mike Stewart wollte auf der PK nach dem Spiel keine Prognose abgeben, musste aber eingestehen, dass es nicht gut aussähe. Den Treffer zum 3:2 erlebte Trevelyan auf dem Weg in die Pantherkabine:

Nach schöner Kombination hatte Iggulden eingenetzt (52.). Und die Panther blieben dran: Nachdem Festerling wegen Spielverzögerung auf die Strafbank musste, war es erneut Iggulden, der 33 Sekunden nach dem 3:2 den nächsten Treffer in doppelter Überzahl erzielte (52.).

Von diesem Doppelschlag erholten sich die Gäste nicht mehr, zumal es logischerweise mit Powerplay für den AEV weiterging. Und als die Freezers nach einem sehenswerten Angriff eine Doppelchance nicht nutzen konnten, machte LeBlanc im Gegenzug das 5:2 und entschied so das Spiel (54.).

Den Endstand besorgte Holzmann - immer noch im Powerplay - mit einer sehenswerten Direktabnahme aus der Luft (55.).

Noch vier Spiele bleiben

Durch diesen äußerst wichtigen dreifachen Punktgewinn hat der AEV - obwohl weiter auf Platz zwölf liegend - wieder alle Chancen auf die Playoffs.

Hamburg auf Platz zehn liegt nur noch einen Punkt vor den Panthern und auch Köln (zwei Punkte), Ingolstadt und Mannheim (je vier Punkte) sind in Schlagdistanz.

Die nächste Gelegenheit auf Zähler bietet sich am Sonntag bei den Wolfsburg Grizzlys, ehe am Mittwoch und kommenden Freitag Straubing und Ingolstadt ihre Visitenkarten im Curt-Frenzel-Stadion abgeben. Das letzte Saisonspiel bestreitet der AEV am 6. März bei den Krefeld Pinguinen.